Kristallisation


Kristallisation
Kristallbildung

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Kris|tal|li|sa|ti|on 〈f. 20das Kristallisieren, Kristallbildung; Sy Kristallisierung ● fraktionierte \Kristallisation 〈Chem.〉 gleichzeitige Abscheidung u. Trennung verschiedener Stoffe aus einer Lösung durch stufenweise Abkühlung des Lösungsmittels

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Kris|tal|li|sa|ti|on [gleichbed. frz. cristallisation (griech. krýstallos = Eis, Bergkristall)]: der Vorgang des Wachstums von Kristallen, das von submikroskopisch kleinen, als Kristallkeime ( Keime, Impfen) wirkenden Kriställchen ausgeht u. sowohl in Lsg. oder in der Schmelze als auch in der Gasphase, ggf. sogar in Gläsern ( Devitrifikation) einsetzen kann, vgl. Kristallzüchtung. Die fraktionierende K. (falsch: fraktionierte K.) ist eine Methode zur Stofftrennung ( Fraktionierung).

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Kris|tal|li|sa|ti|on, die; -, -en [frz. cristallisation, zu: cristalliser = Kristalle bilden] (bes. Chemie):
das Kristallisieren:
die K. eines Stoffes.

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Kristallisation
 
die, -/-en, Vorgang der Kristallbildung. Das Kristallwachstum erfolgt von submikroskopischen Kriställchen aus (Kristallkeime), die Durchmesser von etwa 4 bis 18 nm haben und spontan in übersättigten Dämpfen und Flüssigkeiten und in unterkühlten Schmelzen gebildet werden, durch Substanzanlagerung (Appositionswachstum) beim Abkühlen von Schmelzen, Lösungen, Gasen oder Dämpfen, ferner beim Eindampfen von Lösungen, durch Reaktionen und Umwandlungen (Polymorphie) im festen Zustand und durch Austauschreaktionen (Pseudomorphose). Nach der Wachstumstheorie von W. Kossel und I. N. Stranski, die auf der elektrostatischen Anziehung von Ionen beruht, wird ein Ion aus dem umgebenden Medium besonders stark am Ende einer noch unvollständigen Gittergeraden angezogen und eingebaut. Diese Gittergerade wächst nun über den ganzen Kristall; in irgendeinem Punkt der hierzu benachbarten Gittergeraden beginnt die nächste Gerade zu wachsen, und erst nach völliger Ausbildung dieser Netzebene wird eine neue Netzebene begonnen. Bei übereiltem Wachstum findet die Anlagerung bevorzugt an Kanten und Ecken statt (Skelettkristalle). Die Wachstumsgeschwindigkeit ist von den physikalischen (z. B. Temperatur, Sättigungsgrad) und chemischen Bedingungen (Zusammensetzung, Reinheit der Schmelze oder Lösung) abhängig. Langsame Kristallisation aus Lösungen ergibt große Kristalle, rasches Abkühlen kleine, aber meist reinere Kristalle. Die Kristallisation wird zur Kristallzüchtung und zur Reinigung von festen Stoffen genutzt. In der Verfahrenstechnik versteht man unter Kristallisation ein thermisches Trennverfahren, bei dem mindestens eine kristalline Phase (Kristallisat) gewonnen wird, die durch Filtration, Zentrifugieren u. a. isoliert werden kann. Wird die Löslichkeit des Gelösten durch Zugabe eines Hilfsmittels herabgesetzt, spricht man von Fällungskristallisation. Beim Ausfrieren wird das Lösungsmittel zur Kristallisation gebracht, das Gelöste verbleibt in der konzentrierteren Restlösung. Die Kristallisation aus der Dampfphase wird Desublimation genannt. Die Kristallisation wird u. a. bei der Herstellung von Zucker, Düngemitteln angewendet.
 

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Kris|tal|li|sa|ti|on, die; -, -en [frz. cristallisation, zu: cristalliser = Kristalle bilden] (bes. Chemie): das Kristallisieren: die K. eines Stoffes; Ü dieser geschichtliche Augenblick ... ist die K. seiner Metaphysik (Adorno, Prismen 263).

Universal-Lexikon. 2012.

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